
Schul- und Stadtteilbibliothek auf dem Heuberg eröffnet
Über 4000 Bücher in den Regalen
Reyer rät: Viel schmökern
ESCHWEGE (cc).
Mit Schopenhauer hält er es nicht, der Leiter der Anne-Frank-Schule auf dem Eschweger Heuberg, Karl-Heinz Reyer. Den "eigenwilligen" Philosophen zitierte Reyer mit den Worten: "Ein Buch raubt mir nur die eigenen Gedanken." Ganz anders der Pädagoge. "Viel schmökern, viel lesen" lautete sein Rat nicht nur an die Kinder, sondern auch an die Erwachsenen, als am Mittwoch nachmittag im Untergeschoß dieser integrierten Gesamtschule im Fliederweg die kreisweit erste Schul- und Stadtteilbücherei eröffnet worden ist. Für seine Empfehlung fand Reyer denn auch eine gute Begründung: Das Lesen eines Buches sei für den Geist, was die Gymnastik für den Körper ist. Und mit dieser Überzeugung stand der Schulleiter keineswegs allein, wie die Vielzahl der großen und kleinen Gäste bewies. Die Schul und Stadtteilbücherei, das ist etwas ganz Besonderes. Sie steht nämlich mit einem in Quantität und Qualität erheblich ausgeweiteten Angebot nicht nur den Jungen und Mädchen an der Anne-Frank-Schule, sondern auch allen rund 4800 Heuberg-Einwohnern zur Verfügung. Wenn man so will: Das Buch kommt zum Leser oder ihm doch ein gewaltiges Stück entgegen.
Und weil diese Filiale mit der zentralen Stadtbücherei in der Schloßmühle direkt verbunden ist, läßt sich im Handumdrehen auch ermitteln, ob dieser oder jener Titel hier oder dort zu haben ist. "Klein, aber sehr pfiffig" sei die Bücherei, meinte Reyer. So klein aber auch wieder nicht: Immerhin stehen über 4000 Bücher in den Regalen. Hinzu kommen CDs und etwa 80 Videos. Überall würden Bibliotheken aus Finanznot geschlossen, "hier aber wird eine eröffnet", freute sich Reyer über das bemerkenswerte Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Schule, Stadt, Kreis und Land und hob dabei das besondere Engagement des Pädagogischen Leiters der Anne-Frank-Schule, Edgar Ingrisch, und des Sozialsamtsleiters der Stadt Eschwege, Hartmudt Adam, hervor. Dank sagte Reyer aber auch "seinen" Kindern, die sich in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden hatten, um die gesammelten Werke einzubinden, zu bekleben und zu beschriften, wofür das Know-how der Stadtbücherei von entscheidender Bedeutung gewesen sei. Glückwünsche zu dem, wie er sagte, "freudigen Ereignis" überbrachte auch Erster Kreisbeigeordneter Theodor Leyhe, der die finanziellen Aufwendungen für die auf zwei Räume ausgedehnte Bibliothek mit 34000 Mark angab.
Leyhes größter Wunsch: Die Kinder und die Bewohner des Heubergs mögen wieder "lesehungrig" werden. Als ein "ganz ausgezeichnetes Beispiel, wie Kräfte zusammenwirken und in idealer Form zusammenfließen können", bezeichnete Eschweges Erster Stadtrat Matthias Sadowsky die Schul- und Stadtteilbücherei. Dank gelte allen, die das gewollt und letztlich auch bewerkstelligt hätten. Das Projekt sei zudem eine wichtige infrastrukturelle Maßnahme, um den Stadteil Heuberg lebens- und liebenswert zu machen. Wie sein Vorredner überreichte auch Sadowsky ein Buch zur Bereicherung der Bibliothek. der sich am Nachmittag für die Kinder und am Abend für die Erwachsenen Lesungen von und mit Henning Pawel ,(Erfurt) anschlossen,
Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde, der sich am Nachmittag für die Kinder und am Abend für die Erwachsenen Lesungen von und mit Henning Pawel (Erfurt) anschlossen, durch das Lehrer-Quintett an der Anne-Frank-Schule, namentlich Rainer Loll, Peter Riediger, Georg Dilchert, Arnold Molter und Rainer Cziharz.